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28.04.10

Wissenschaftler in der Krebsforschung erhalten Förderpreise

Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals vergibt zwei Stipendien mit einem Gesamtvolumen von 50.000 Euro

Teilnehmer von links nach rechts

Preisträgerin Carolin Bier, Richard Patzke (Vorsitzender des Vorstandes Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals), Dr. h.c. Klaus G. Adam (Vorsitzender Stiftungsrat), Prof. h.c. Wolfgang Strutz (vorne, Ehrenvorsitzender Stiftungsrat), Christoph Wittmann (hinten, Vorstand), Anja Haupt-Kilian (Vorstand), Preisträgerin Christina Crusius, Peter Ditsch (hinten, Vorstand), Prof. Dr. Dr. h.c. Wolf Mann (Vorstand), Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban (Vorstand Alexander Karl-Stiftung), Otto Boehringer (Vorsitzender Kuratorium), Peter E. Geipel (Vorstand), Foto: IHK für Rheinhessen / Michael Bahr

Beim 16. Treffen des Kuratoriums der Stiftung „Tumorforschung Kopf-Hals“ sind zwei Förderpreise an Dipl. Biochem. Carolin Bier von der Arbeitsgemeinschaft Molekulare und Zelluläre Onkologie an der Universitätsmedizin Mainz (24.000 Euro) und Dipl.-Biol. Christina Crusius vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein HNO-Forschungslabor (26.000 Euro) verliehen worden. Ziel ist es, mit den Förderpreisen Pilotstudien und Projekte junger Wissenschaftler zur Tumorforschung im Kopf-Hals-Bereich zu unterstützen. „Stiftungen sind für das Gemeinwesen unverzichtbar, übernehmen sie doch im Hinblick auf die Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen eine wichtige Funktion“, sagte Richard Patzke, Vorsitzender der Stiftung „Tumorforschung Kopf-Hals“. Im Jahr 2009 wurden 914 neue Stiftungen gegründet. Damit gibt es in Deutschland über 17.300 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts, die in beeindruckend vielen Themenbereichen aktiv sind. Seit 18 Jahren setzt sich die Stiftung „Tumorforschung Kopf-Hals“ für die Förderung von Lehre und Forschung ein. Tumore des Kopf-Halses sind besonders heimtückisch, weil sie Atmen, Schlucken und Sprechen beeinträchtigen. „Die Forschung auf diesem Gebiet gehört nicht zu den Schwerpunkten der Förderung durch die Gesundheitspolitik. Private Anschubfinanzierung ist deshalb wichtig um weiterführende staatliche Unterstützung zu erhalten“, erläuterte Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolf Mann. Die Stiftung „Tumorforschung Kopf-Hals“ schreibt bundesweit jährlich Forschungsstipendien aus. 2009 stellten 30 Wissenschaftler von 16 deutschen Universitäten einen Antrag mit einem Gesamtvolumen von 1,1 Millionen Euro. Das diesjährige Antragsverfahren läuft derzeit. „Mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten leisten die Preisträger einen wesentlichen Beitrag für die Zukunft der Forschung von Tumoren im Hals-Kopfbereich“, betonte der Vorsitzende des Kuratoriums, Otto Boehringer, und bedankte sich bei den Sponsoren, die die Stiftung jedes Jahr unterstützen. Strutz zum Ehrenvorsitzenden des Stiftungsrates ernannt

„Professor Wolfgang Strutz ist ein Mann der ersten Stunde unserer Stiftung und hat die Ausrichtung der Stiftung sowie die bedeutenden Forschungsvorhaben mit seinem Engagement maßgeblich geprägt und gefördert. Nach seinem Ausscheiden aus dem Stiftungsrat würdigt dieser nunmehr seine unschätzbare Leistung mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Stiftungsrates“, sagte Dr. h.c. Klaus G. Adam, Vorsitzender des Stiftungsrates. Gemeinsam mit Prof. Mann und Dieter Haupt, dessen Kehlkopfkrebserkrankung der Auslöser für die Gründung der Stiftung war, rief Prof. h.c. Wolfgang Strutz 1992 die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals ins Leben. 18 Jahre lang begleitete er die Arbeit als Mitglied des Kuratoriums, Vorsitzender des Kuratoriums, Mitlied des Stiftungsrates und Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals. Das Anfangskapital der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals betrug 100.000 DM, inzwischen ist es auf 1,7 Million Euro angewachsen und es werden jährlich Förderpreise in Höhe von 100.000 Euro in Deutschland vergeben. „Die bekannten finanziellen Engpässe in der wissenschaftlichen Forschungslandschaft, speziell für junge Forscher, machten Professor Strutz zu einem wichtigen Motor in der Verfolgung des Stiftungsziels, mit dem er sich visionär voll identifizierte“, erinnerte Prof. Mann in seiner Laudatio. Die geförderten Forschungsprojekte:

Dipl. Biochem. Carolin Bier, Arbeitsgemeinschaft Molekulare und Zelluläre Onkologie an der Universitätsmedizin Mainz (24.000 Euro)
Forschungsprojekt: „Analyse der prognostischen Relevanz und des onkogenen Potenzials von Taspase1 – eine neue Protease bei Kopf-Hals-Tumoren“. Tumorzellen benötigen für ihr Überleben und ihre weitere Ausbreitung im menschlichen Körper Eiweißmoleküle, die in der Lage sind, Eiweiße von gesundem tumorumgebenden Gewebe zu spalten. Eines dieser spaltenden Eiweiße, die Proteasen genannt werden, ist die neu entdeckte Protease-Taspase. Sollte es möglich sein diese Taspase 1 durch chemische Substanzen außer Kraft zu setzen, könnte dies ermöglichen, bessere Behandlungserfolge bei Patienten mit Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region zu erzielen. Plattenepithelkarzinome der Kopf-Hals-Region (HNSCC = „head and neck squamous cell carcinoma“) repräsentieren die fünfthäufigste Tumorerkrankung weltweit. Carolin Bier versucht nun, den tumorfördernden Wirkmechanismus der Protease 1 im Detail zu entschlüsseln. Dipl.-Biol. Christina Crusius, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein HNOForschungslabor (26.000 Euro)
Forschungsprojekt: „In vivo-Untersuchung der antitumoralen Eigenschaften von synthetischen Derivaten des LL-37 auf Kopf-Hals-Karzinome im Mausmodell“ Christina Crusius untersucht an Nacktmäusen, bei denen Tumore implantiert wurden, die antitumorale Eigenschaft eines synthetischen Derivats, eines ursprünglich körpereigenen Proteins, das einen modulierenden Einfluss auf das Immunsystem hat. Dieses Protein hilft, sowohl Infekte des Körpers abzuwehren als auch die Tumorentstehung und Ausbreitung zu behindern. Dabei ließ sich zeigen, dass die antitumorale Aktivität eines synthetisch modulierten LL-37 eine hohe abtötende Aktivität gegen tumorbildende Zellen besitzt, aber dennoch gesunde Zellen des Respirationstraktes (Atemtrakt) und Erythrozyten (rote Blutkörperchen), um zwei Zelltypen zu nennen, nicht beeinträchtigt. Die Wirkung dieses synthetischen Derivats auf implantierte Tumore soll im Detail an der Nacktmaus überprüft werden.
Pressekontakt:
IHK für Rheinhessen
Stefan Linden
Pressesprecher
Telefon 06131 262-1005
stefan.linden@rheinhessen.ihk24.de

Kontakt

Stiftung Tumorforschung
Kopf-Hals
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Tel: +49 (0) 611 262 301 38

Mail: info[AT]stiftung-tumorforschung.de

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