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26.10.11

Stiftung vergibt erstmals drei Förderpreise an deutsche Universitätskliniken

Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals fördert Erfolg versprechende Projekte mit 51.000 Euro

Richard Patzke, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals (3. v.l.), Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolf Mann (2.v.l.), Prof. h. c. Wolfgang Strutz (4.v.l.) und der Vorsitzende des Kuratoriums, Otto Boehringer, (5.v.r.) würdigten die Preisträger von drei deutschen Hochschulen.

Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals hat bei ihrer 19. Kuratoriumssitzung an drei deutsche Universitätskliniken den Alexander-Karl Preis für herausragende wissenschaftliche Forschungen von bundesweiter Bedeutung vergeben. Mit insgesamt 51.000 Euro unterstützt die Stiftung die Projekte von PD Dr. rer. nat Jochen Heß der Uniklinik Heidelberg, Prof. Dr. med. Frauke Zipp und Prof. Dr. med. Alf Giese von der Universitätsmedizin Mainz und PD Dr. med. Herwig Strik von der Neurologischen Klinik der Phillipps-Universität Marburg.

Deutschlandweit erkranken von 100.000 Menschen jedes Jahr 16 Menschen neu an einem Tumor im Kopf-Hals Bereich, welches weltweit die fünfthäufigste Tumorerkrankung darstellt. Nicht einmal 50 Prozent der Erkrankten überleben fünf Jahre nach der Diagnose. Neue Therapien bleiben deshalb eine Frage über Leben und Tod. Hier setzen die geförderten Forschungsprojekte an, die Alternativen untersuchen, wenn die herkömmliche Chemotherapie versagt.

„Ohne die Anschubfinanzierung der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals für Erfolg versprechende Projekte wären diese Forschungsvorhaben unmöglich. Das zeigt, was private Unterstützung leisten kann“, betonte Richard Patzke, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals bei der Kuratoriumssitzung im Nassauer Hof in Wiesbaden. Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals wurde 1992 durch Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Industrie sowie Professoren der Medizin gegründet. Initiatoren waren Dieter Haupt, der selbst an Kehlkopfkrebs erkrankt war, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolf Mann und Prof. h. c. Wolfgang Strutz. Das Anfangskapital der Stiftung betrug 100.000 DM, inzwischen ist es auf rund zwei Millionen Euro angewachsen.

Ziel der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals ist es, Lehre und Forschung zu fördern, um die Behandlung von Tumorerkrankungen nachhaltig zu verbessern und junge, herausragende Wissenschaftler zu unterstützen. „Für die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals ist es wichtig, Projekte zu fördern die das Potenzial haben, schnell den Sprung vom Labor in den klinischen Alltag zu schaffen und damit bestehende Therapien nachhaltig verbessern", erläuterte Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolf Mann.

Die Stiftung schreibt bundesweit jährlich Forschungsstipendien aus. In diesem Jahr stellten 17 Wissenschaftler von 10 deutschen Universitäten einen Antrag mit einem Gesamtvolumen von rund einer halben Million Euro. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Otto Boehringer sagte: „Die Sponsoren und die Preisträger leisten durch ihre Projekte einen wesentlichen Beitrag für die Zukunft der Forschung von Tumoren im Hals-Kopfbereich.“

Die geförderten Forschungsprojekte:

PD Dr. rer.nat Jochen Heß, Uniklinik Heidelberg
Thema: „Die Rolle des pro-inflammatorischen Tumorstroma bei der Pathogenese und Prognose von HPV-getriebenen Oropharynxkarzinomen“
In den letzten Jahren wurde eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV), insbesondere HPV16, als weiterer Risikofaktor, neben Rauchen und Alkohol, für bösartige Tumore im Hals-Kopf-Bereich identifiziert. Interessanterweise unterscheiden sich HPV-positive Karzinome sowohl in der Entstehung als auch bei klinischen Parametern und zeichnen sich durch ein besseres Ansprechen auf die Therapie aus. In dem geförderten Projekt soll die Hypothese geprüft werden, ob Unterschiede in der Wechselwirkung zwischen HPV-positiven und -negativen Tumorzellen und dem Immunsystem mit der besseren Prognose assoziiert sind. In diesem Zusammenhang sollen die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen identifiziert werden, welche nicht nur wichtige Erkenntnisse zur Entstehung bei Kopf- und Halstumoren liefern können, sondern auch die Entwicklung von innovativen Strategien zur Therapie von Patienten mit und ohne HPV ermöglicht.

Prof. Dr. med. Frauke Zipp / Prof. Dr. med. Alf Giese, Universitätsmedizin Mainz
Thema: „Identifizierung von Tumorassoziierten Antigenen auf Stammzell-ähnlichen Tumorinitiierenden Zellen bei Glioblastoma Multiforme Patienten zur Entwicklung spezifischer Immuntherapien“
Glioblastoma Multiforme (GBM) ist bei Erwachsenen der am häufigsten vorkommende bösartige Hirntumor, bei dem trotz enormer Fortschritte in operativen als auch strahlungs- und chemotherapeutischen Möglichkeiten die mittlere Überlebensdauer bei ca.12-18 Monaten nach Diagnose bleibt. Das kann vor allem auf die Entwicklung von Radio- und Chemoresistenzen im Verlauf der Tumorprogression zurückgeführt werden, für die die Subpopulation der Tumorinitiierenden Zellen verantwortlich gemacht wird. Das Ziel des beantragten Projektes ist, aus humanem Biopsiematerial diese aggressiven Tumorinitiierenden Zellen zu isolieren und zu versuchen, Antigene zu identifizieren, die von körpereigenen T-Zellen erkannt und für die Entwicklung immuntherapeutischer Verfahren verwendet werden können.

PD Dr. med. Herwig Strik, Neurologische Klinik der Phillipps-Universität Marburg
Thema: „Galectine in der Biologie maligner Gliome und Effekte ihrer pharmakologischen Inhibition“  
Glioblastome gehören zu den aggressivsten menschlichen Tumoren und führen bei der Hälfte der betroffenen Patienten innerhalb von einem Jahr zum Tode. Eine noch wenig erforschte Gruppe von Molekülen, die sogenannten Galectine, sind in Glioblastomen vermehrt vorhanden, fördern Teilung und Wanderung der Tumorzellen und verhindern vermutlich ihre Erkennung und Zerstörung durch das Immunsystem. Die Neurologische Klinik und das Institut für Chirurgische Forschung der Universität Marburg untersuchen die Bedeutung von Galectinen in Glioblastomen und ob ihre Blockade Wachstum und Ausbreitung dieser Tumoren hemmen.

Pressekontakt:
IHK für Rheinhessen
Stefan Linden
Pressesprecher
Telefon 06131 262-1005
stefan.linden@rheinhessen.ihk24.de

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