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27.10.12

Stiftung vergibt bei 20-jährigem Jubiläum den mit 50.000 Euro dotierten Alexander Karl-Preis

Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals unterstützte 75 Projekte mit 1,5 Millionen Euro

Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals blickt auf eine positive Bilanz der vergangenen 20 Jahre zurück: Mit einem Kapital von 118.000 DM startete die Stiftung im Dezember 1992 ihre Arbeit. Zwei Jahrzehnte später ist das Stiftungskapital auf 2,3 Millionen Euro angewachsen. 1,9 Millionen Euro wurden bisher ausgeschüttet. Davon flossen 1,5 Millionen Euro in 75 Projekte junger Forscher an deutschen Universitäten. Darüber hinaus richtete die Stiftung Tumorforschung eine Stiftungsprofessur an der Mainzer Universitätsmedizin ein und vergab kleinere Wissenschaftspreise.

„Dieser Erfolg der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass jeder Cent der Spenden in die Forschung fließt. Im Gegensatz zu anderen Stiftungen entstehen bei uns keine Administrationskosten, da alle Engagierten ehrenamtlich die Stiftung voran treiben“, betonte Richard Patzke, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals bei der Kuratoriumssitzung im Nassauer Hof in Wiesbaden.

Motor zur Gründung der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals waren damals die persönliche Betroffenheit und der Wille, die Forschung von Tumoren im Kopf-Hals voran zu treiben und in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken. Initiatoren waren Unternehmer Dieter Haupt, der selbst an Kehlkopfkrebs erkrankt war, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolf Mann und Prof. h. c. Wolfgang Strutz. Der Tumor im Kopf-Hals Bereich ist weltweit die fünfthäufigste Tumorerkrankung. Nicht einmal 50 Prozent der Erkrankten überleben fünf Jahre nach der Diagnose.

Ziel der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals ist es daher, Lehre und Forschung mit einer Anschubfinanzierung zu fördern, um junge, herausragende Wissenschaftler zu unterstützen. „Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals hat die Erforschung gerade bei Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals Bereich, das heißt bei Krebs auf Schleimhäuten, erst aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Durch die private Anschubfinanzierung konnten wesentliche Fortschritte erzielt und weitere Mittel eingeworben werden, ebenso wie durch die Stiftungsprofessur“, resümiert Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolf Mann. Er betont, dass beispielsweise 20.000 Euro Anschubfinanzierung einen Forschungs-Effekt von rund  200.000 Euro haben können.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Verleihung des Alexander Karl-Preises mit einem Gesamtvolumen von 50.000 Euro zu bewerten. Diesen erhielten Dr. med. Magis Mandapathil vom Universitätsklinikum Gießen/Marburg (23.000 Euro) und Dipl. biol. Antje Lindemann vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik und Poliklinik für Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde (27.000 Euro) für ihre geplanten Forschungen.

Der Vorsitzende des Kuratoriums und einer der Gründungsmitglieder der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals, Otto Boehringer, würdigte Preisträger und Sponsoren: „In der heutigen Zeit ist es schwieriger denn je geworden, herausragende Ideen junger Wissenschaftler in sichere Forschungsprojekte zu überführen, deshalb gebührt den Preisträgern und ihren Unterstützern alle Hochachtung.“

Der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann hielt anlässlich des 20-jährigen Bestehens die Festrede zum Thema Solidarität und Eigenverantwortung und betonte: „Der Staat darf sich gewiss nicht aus der Verantwortung ziehen, wenn er die Freiheit der Menschen und seine Beschränktheiten ernst nimmt. Er muss jedoch darum bemüht sein, die Eigenverantwortung der Bürger und auch den Aufbau von neuen Solidaritätsformen zu stärken.“ Kern einer soliden Reformpolitik müsse ein „Subsidiaritäts-Check“ sein: Der gesamte Sozialstaatskomplex müsse nach den Kriterien des Subsidiaritätsprinzips auf notwendige Reformen hin durchforstet werden, erläuterte Kardinal Lehmann am Beispiel des reformbedürftigen Gesundheitssystems.

Die geförderten Forschungsprojekte:

Diplom Biologin Antje Lindemann, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik und Poliklinik für Hals- Nasen-und Ohrenheilkunde (HNO)
Projekt: „XAV939 als Inhibitor des Wnt Signalweges„

Eine veränderte, fehlerhafte Weiterleitung von Informationen in Zellen kann zum unkontrollierten Wachstum führen und aus einer gesunden Gewebszelle eine Tumorzelle werden lassen. Eine solche Deregulation ist für den sogenannten Wnt Signalweg bei einer Reihe von Krebsarten bekannt. Auch bei Kopf-Hals Karzinomen ist dieser Signalweg zum Teil dauerhaft angeschaltet und führt so zum Krebswachstum und Tumorgenese. Das Molekül XAV939 wurde im Jahre 2009 als Hemmstoff des Wnt Signalweges entdeckt und sollte nach Zugabe zu einer Inhibierung des hyperaktiven Wnt Signalweges führen. Im Fokus des Forschungsprojektes steht die Evaluation der Wirkung von XAV939 bei malignen Kopf-Hals Tumoren.
Förderbetrag: 27.000 Euro

Dr. med. Magis Mandapathil, Universitätsklinikum Gießen/Marburg
Projekt: „Die Bedeutung von Adenosinrezeptoren bei der Chemoresistenz von regulatorischen T-Zellen bei Patienten mit Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-Bereichs“

Die Überlebensrate von Patienten mit Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals Bereichs hat sich trotz Modifikationen in verschiedenen therapeutischen Bereichen in den letzten Jahrzehnten nicht entscheidend verbessert. Eine Behandlung ist oftmals, aufgrund einer raschen Resistenzbildung gegenüber den eingesetzten Chemotherapeutika, frustran. Hierbei bedeutend kann das bei diesen Patienten durch bestimmte Zellen und Moleküle geschwächte Immunsystem sein, die wir in Vorarbeiten beschreiben konnten. Diese Studie dient der Evaluation von molekularen Mechanismen bei der Entwicklung einer Chemoresistenz mit dem Ziel der Optimierung therapeutischer Ansätze.
Förderbetrag: 23.000 Euro.

Pressekontakt:
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