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25.04.18

Junge Forscher erhalten Förderung für Krebstherapien

Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals unterstützt Erfolg versprechende Projekte mit insgesamt 65.000 Euro

Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, Dr. Claudia Paret, Prof. Dr. med. Jan Gosepath, Sophie-Louise Mann, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolf Mann, Anna Watermann, Richard Patzke, Anja Haupt-Kilian (v.l.)

Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals hat bei ihrer 32. Kuratoriumssitzung auf der Laubenheimer Höhe in Mainz Fördermittel an deutsche Universitätskliniken für herausragende wissenschaftliche Projekte von bundesweiter Bedeutung vergeben. Dr. med. Sophie-Louise Mann, Wissenschaftliche Assistentin der HNO-Klinik, München sowie Anna Watermann mit Prof. Dr. phil. Nat. Jürgen Brieger von der Universität Mainz erhielten je 25.000 Euro. Das Gemeinschaftsprojekt von Dr. Claudia Paret und Prof. Dr. Jörg Faber von der Universitätsmedizin Mainz sowie Prof. Dr. Markus Knuf, Leiter der Kinderklinik der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, erhielt 15.000 Euro zur Fortführung ihrer Forschung. „Das zeigt, dass die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals nachhaltig erfolgversprechende Projekte unterstützt. Dank einer hohen Einzelspende sind wir in der Lage, die Forschung im Bereich Kinderkrebstherapie weiter zu fördern. Gerade in der Forschung versetzt die Anschubfinanzierung durch Stiftungen Forscher in die Lage, anschließend weitere Drittmittel einzuwerben“, sagte Richard Patzke, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals bei der Kuratoriumssitzung in Mainz.

Den Kampf gegen den tückischen Kopf-Hals-Krebs hat sich die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals seit 1992 auf die Fahnen geschrieben. Deutschlandweit erkranken von 100.000 Menschen jedes Jahr 16 Menschen neu an einem Tumor im Kopf-Hals Bereich, welches weltweit die fünfthäufigste Tumorerkrankung darstellt. Nicht einmal 50 Prozent der Erkrankten überleben fünf Jahre nach der Diagnose. Das Anfangskapital der Stiftung von 100.000 DM ist inzwischen trotz Niedrigzinsphase auf rund 3,5 Millionen Euro gestiegen.

„Die geförderten Projekte verkörpern sehr innovative Forschungsansätze zu jeweils hochaktuellen Themengebieten mit unterschiedlicher Ausrichtung. Es erreichen uns jedes Jahr zahlreiche Anträge aus ganz Deutschland, was auch auf die Bekanntheit der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals zurück zu führen ist. Eine qualifizierte Jury hat im Herbst immer die Qual der Wahl und orientiert sich in der Vergabe der Fördergelder daran, dass die Projekte schnell den Weg von der Forschung in die Praxis finden“, erläuterte Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Jan Gosepath, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Helios Kliniken in Wiesbaden, der die ausgezeichneten Projekte beschrieb.


Die geförderten Forschungsprojekte:

Dr. med. Sophie-Louise Mann, Wissenschaftliche Assistentin, HNO-Klinik, München

Projekt: Vergleichende Untersuchungen zu Effekten von externer Bestrahlung und kaltem atmosphärischem Plasma auf Plattenepithelkarzinomzellen

Im Rahmen der personalisierten Medizin ist es das Ziel, ein individuelles Therapieschema für jeden Patienten zu finden, welches effektiv und möglichst nebenwirkungsarm ist. Dies gilt insbesondere für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren. Die Strahlentherapie gilt hierbei sowohl in der primären als auch in der sogenannten „adjuvanten“ Therapie nach einer Operation als Standardverfahren. Trotz zahlreicher Fortschritte kommt es mitunter zum Wiederauftreten der Tumorerkrankung. Zudem leiden viele der Patienten im Anschluss an eine Bestrahlung an Folgeerscheinungen, wie zum Beispiel der Mundtrockenheit. Kaltes atmosphärisches Plasma stellt eine experimentelle und innovative Therapieoption für Patienten mit Karzinomen im Kopf-Hals-Bereich dar. Im Rahmen des geplanten Projektes soll der Effekt von kaltem atmosphärischen Plasma mit und ohne Bestrahlung auf Tumorzellen untersucht werden. Tumorzellen sind in der Lage, sich durch bestimmte Mechanismen, wie der Bildung von „Hitze-Schock-Proteinen“, dem Effekt einer Bestrahlung zu entziehen. Daher stehen diese Proteine im Mittelpunkt des Versuchsvorhabens. Um während der Versuche den Effekt der Therapie auf das Tumormilieu zu kontrollieren, erfolgt zeitgleich die Sauerstoff- und pH-Wert Messung im Versuchsmilieu. Ziel des zellbiologischen Versuchsvorhabens ist es, Patienten effektiver und im Idealfall in Zukunft mit weniger Nebenwirkungen zu behandeln.

25.000 Euro


Anna Watermann, Prof. Dr. phil. Nat. Jürgen Brieger, Universität Mainz

Projekt: Targeting head and neck squamous cell carcinoma with mesoporous silica nanoparticles as drug carriers

Silica-Nanopartikel können mit großen Mengen in der Tumortherapie eingesetzter Medikamente beladen werden. Sie sind sehr gut bioverträglich, können mit tumorspezifischen Liganden versehen werden und erlauben den Transport bisher nicht einsetzbarer instabiler Substanzen. Wir wollen im Rahmen des geförderten Projektes Partikel dieser Stoffklasse mit einem Verschlusssystem ausstatten, welches den Transport hochempfindlicher siRNA zur Tumorzelle erlaubt. Dies ist ein völlig neuartiger Ansatz, der perspektivisch auch den Angriff einzelner Tumorzellen erlauben wird.

25.000 Euro


Dr. Claudia Paret, Leiterin des Next generation sequencing center at the department of Paediatric Oncology, Children’s Hospital, Mainz, Prof. Dr. Markus Knuf, Direktor der Kinderklinik im HSK Wiesbaden, Prof. Dr. Jörg Faber, Leiter der Kinderonkologie der Kinderklinik an der Universitätsmedizin Mainz

Projekt: Next Generation Sequencing basierte Analyse von Tumoren des Kopf-/ Halsbereichs im Kindesalter zur Identifikation neuer immunogener Targetloci zur Entwicklung von Tumorvakzinierungsstrategien

Kindliche Hirntumore sind die am häufigsten vorkommenden soliden Tumore bei Kindern und haben unter allen kindlichen Krebserkrankungen die höchste Sterberate. Durch die Einführung der genomweiten Sequenzierung, also das Entziffern des gesamten Genoms, ist es möglich eine Fülle von Informationen über Genveränderungen und Veränderungen der Genexpression, d.h. die Aktivität eines Gens, zu erlangen. Diese Genveränderungen macht man sich für die Behandlung der Patienten zu Nutze, indem sie durch das Immunsystem erkannt werden können. Das von uns beabsichtigte Projekt zielt darauf ab, individuelle Genveränderungen zu finden, die dann für eine Krebsvakzinierung bzw. für Krebsimpfstoffe nutzbar sind. Für solche Anwendungen sind Tumorantigene mit einer hohen Tumorzellspezifität erforderlich. Durch die genomweite Sequenzierung konnten wir bereits eine Reihe neuer Zielstrukturen für die Immuntherapie identifizieren, die besonders für Kinder mit einem Medulloblastom, einem bösartigen Tumor des Kleinhirns, relevant sind. Basierend auf diesen vielversprechenden Ergebnissen wollen wir die besten Kandidaten für die Entwicklung neuer immuntherapeutischer Anwendungen definieren.

15.000 Euro


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