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11.10.17

Deutsche Forscher erhalten beim Jubiläum mit 50.000 Euro dotierten Alexander Karl-Preis

Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals unterstützt in 25 Jahren 101 Forschungsprojekte mit insgesamt 2,5 Millionen Euro im Kampf gegen Krebs

Bildzeile: (v.l.) Peter E. Geipel, Dr. Daniel Teubner, Boris Rhein, Klaus Steidl, Prof. h.c. Wolfgang Strutz, Peter Ditsch, Dr. rer. nat. Eric Ehrke-Schulz, Prof. Dr. med. Jan Gosepath, Anja Haupt-Kilian, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolf Mann, Richard Patzke.

Zwei Männer aus der Wirtschaft und ein Mediziner kam vor 25 Jahren die Idee zur Gründung der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals. Dabei handelte es sich um den Wiesbadener Unternehmer Dieter Haupt, der selbst an Kehlkopfkrebs erkrankt war und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Mann von der Universitätsmedizin in Mainz sowie der ehemalige Banker Prof. h.c. Wolfgang Strutz.

„In diesen 25 Jahren haben wir 101 Forschungsprojekte mit insgesamt 2,5 Millionen Euro an deutschen Universitäten unterstützt. Dabei handelte es sich um Anschubfinanzierungen für zukunftsweisende Forschungsprojekte. Diese versetzt die jungen Forscher in die Lage, anschließend weitere Drittmittel einzuwerben“, blickte Richard Patzke, Vorstands-vorsitzender der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals, bei der Kuratoriumssitzung im Nassauer Hof in Wiesbaden zurück. Das Anfangskapital der Stiftung von 100.000 DM ist inzwischen auf mehr als 3,25 Millionen Euro gestiegen.

„Seit 25 Jahren trägt die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals mit ihrer engagierten Arbeit dazu bei, das Leid von Patientinnen und Patienten zu lindern und ihnen eine Perspektive aufzuzeigen. Ohne Wissenschaft und Forschung – und ganz konkret ohne den Wissensdurst und die innovative Kraft engagierter Forscherinnen und Forscher – wären ätiologische und diagnostische, therapeutische und präventive Fortschritte in der Krebsmedizin unmöglich. Hessen unterstützt mit landesspezifischen Förderprogrammen diese Fortschritte in großem Umfang. Aber auch privat initiierte Stiftungen spielen auf diesem Feld eine bedeutende Rolle. Ich gratuliere der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals herzlich zu ihrem Jubiläum“, sagte der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, der die Festrede hielt.

Bei ihrer Jubiläumssitzung des Kuratoriums hat die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals darüber hinaus den Alexander Karl-Preis an deutsche Forscher für herausragende wissenschaftliche Projekte von bundesweiter Bedeutung vergeben. Dr. rer. nat. Eric Ehrke-Schulz, Universität Witten-Herdecke und Dr. Nina Wenda mit Dr. Daniel Teubner von den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden erhielten insgesamt 50.000 Euro.

„Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass eine Stiftung über 25 Jahre hinweg, derart stabil Wissenschaftsprojekte fördert, die sehr innovative Forschungsansätze verkörpern. Auch diesmal haben sich zahlreiche Wissenschaftler überall aus Deutschland beworben und wir haben zwei Projekte zu jeweils hochaktuellen Themengebieten mit unterschiedlicher Ausrichtung ausgewählt“, sagte Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Jan Gosepath, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, der die ausgezeichneten Projekte beschrieb.

Das Gründungsmitglied der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals, Prof. h.c. Wolfgang Strutz, lobte das Engagement der Kuratoriumsmitglieder, ohne die die erfolgreiche Arbeit in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen wäre.


Die geförderten Forschungsprojekte:

Dr. rer. nat. Eric Ehrke-Schulz, Lehrstuhl für Virologie und Mikrobiologie Zentrum für biologische Ausbildung und Forschung (ZBAF) der Universität Witten/Herdecke

Projekt: Entwicklung bewaffneter onkolytischer Adenoviren zur spezifischen Behandlung HPV induzierter Tumoren

Infektionen mit Humane Papillomviren (HPV) können die Entstehung von bösartigen Gebärmutterhals-krebs, hellem Hautkrebs sowie Hals- und Kopf Tumoren auslösen. Die Wirkung der HPV-Onkoproteine ist dabei ursächlich für die Entartung infizierter Zellen. Trotz einer verfügbaren HPV Impfung und möglichen Behandlungserfolgen durch konventionelle Krebstherapien ist die Entwicklung alternativer Behandlungsstrategien wünschenswert. Eine solche Alternative stellen onkolytische adenovirale Viren (OAdV) dar. Den OAdVs wurden die für ihre Vermehrung in Zellen essentielle Gene entfernt, wodurch sie sich ausschließlich in Tumorzellen vermehren können, die ihnen ein geeignetes Milieu bieten. Durch die Virusvermehrung werden die Tumorzellen abgetötet und die dabei entstehenden Nachkommenviren können wiederum verbleibende Tumorzellen infizieren und abtöten.

Im Rahmen dieses Projektes soll das Potenzial dieser Doppelstrategie zur spezifischen Abtötung HPV positiver Tumorzelllinien charakterisiert werden. Geplant ist die Herstellung von bewaffneten OAdV die insbesondere HPV positive Tumoren zerstören können. Den OAdVs werden hierzu zusätzliche Gene für ein HPV-Onkogen erkennendes CRISPR/Cas9 DNA-Schneidenzym in ihre DNA eingebaut. Nach Ein-schleusung dieser Gene durch die OAdV in die HPV positiven Tumorzellen erkennt CRISPR/Cas9 die DNA Sequenz der HPV-Onkogene, zerschneidet die HPV-DNA und unterbindet so die Wirkung der HPV Onkoproteine. Somit sollen die infizierten HPV positiven Tumorzellen zusätzlich zur Virusvermehrung durch die Einleitung des programmierten Zelltods abgetötet werden.

30.000 Euro


Dr. Nina Wenda, Dr. Daniel Teubner, Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Projekt: Virtuelle Chromoendoskopie (Optical enhancement) zur in vivo-histologischen Untersuchung von Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region

Maligne Tumoren der Kopf-Hals-Region haben in Abhängigkeit der Lokalisation auch heute noch häufig eine schlechte Prognose. Entscheidend in der Therapie sind eine frühe Erkennung von Fehlbildungen sowie eine möglichst schonende operative Tumorresektion mit maximalem Funktionserhalt. Die virtuelle Chromoendoskopie zusammen mit der Magnifikationsendoskopie ermöglichen eine in-vivo histologische Untersuchung der Schleimhaut, so kann während der laufenden Operation die Dignität suspekter Läsionen wie auch die Resektionsränder maligner Tumoren untersucht werden. Durch die Nutzung dieser innovativen Methode besteht die Chance, insbesondere schwerkranke Tumorpatienten früher sowie funktionserhaltender zu operieren und somit die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

20.000 Euro


Pressekontakt:
Gabi Rückert
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