Auf die zu Ehren des Stiftungsmitbegründers Dieter Haupt am Fachbereich Medizin der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität eingerichtete Stiftungsprofessur auf dem Gebiet der Tumoronkologie im Kopf-Hals-Bereich wurde Herr Prof. Dr. Roland H. Stauber berufen.

- Univ.-Prof. Dr. R. Stauber
Prof. Stauber, der neben der Leitung einer eigenen Arbeitsgruppe seit 2001 vom Georg-Speyer-Haus aus das Krebsnetz des Nationalen Genomforschungsnetzes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) koordinierte, möchte nun am Universitätsklinikum Mainz die translationale Forschung im Bereich der Onkologie weiter stärken. Um eine möglichst effiziente Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die praktische klinische Anwendung bei Kopf-Hals-Tumoren zu ermöglichen, werden unter anderem systematische Technologien der humanen Genomforschung eingesetzt. Die Anwendung computergesteuerter Mikroskopietechniken legte bereits den Grundstein für die Entwicklung zell-basierter Testsyteme zur Identifikation neuartiger krebstherapeutischer Substanzen und hat bereits zu Veröffentlichungen in führenden, international anerkannten Fachzeitschriften geführt.

- Gen-Chip-Analysen helfen, den "molekularen Fingerabdruck" von Tumoren aufzuspüren
Daneben kommen in der Arbeitsgruppe von Prof. Stauber auch sogenannte Genchips zum Einsatz. Diese enthalten ähnlich einem Computerchip viele Informationen auf kleinstem Raum und erlauben somit die parallele Analyse von mehreren tausend Einzelnachweisen in einer geringen Menge biologischen Probenmaterials. Dies ist gerade in der Tumordiagnostik von großer Bedeutung, da dem Patienten möglichst wenig Biopsiegewebe entnommen werden soll. Neben einer verbesserten Aussagekraft für die Prognose und Therapie von Tumorpatienten sollen mit dieser Technologie auch neue Zielstrukturen identifiziert werden, welche die bestehenden Therapiemöglichkeiten bei Kopf-Hals-Tumoren durch innovative Behandlungsansätze verbessern können.

- Mikroinjektion in den Kern einer Krebszelle mit einer ultrafeinen Glaskapillare (1000fach vergrößert)
Roland Stauber, 1963 in Cham geboren, studierte Biologie an der Universität Würzburg und promovierte dort 1994 am Institut für Immunologie und Virologie. Anschließend forschte er im Rahmen des Stipendiumprogramms "Infektiologie" des BMBF am National Cancer Insitute in den USA. Von 1997 an leitete er am Institut für Klinische und Molekulare Virologie in Erlangen seine eigene Arbeitsgruppe. Unterstützt durch ein Habilitationsstipendium der Kalkhof-Rose-Stiftung erlangte er 1999 die Lehrbefugnis im Fachbereich Medizin. Ab 2001 war er dann als Arbeitsgruppenleiter und Koordinator des Krankheitsbereiches Krebs des Nationalen Genomforschungsnetzes am Fachbereich Medizin der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt am Main tätig.

- Hochmodernes Fluoreszenzmikroskop mit computer- gesteuerter Mikroinjektions- ausrüstung
Im September 2006 wurde er schließlich als Molekular- und Tumorbiologe auf die Professur der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals an die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz berufen. Im Rahmen dieser Universitätsprofessur bereichert Prof. Stauber nun mit einem mittlerweile zehnköpfigen wissenschaftlichen Team aus Biologen, Biochemikern und Medizinern die Forschungslandschaft des Mainzer Universitätsklinikums. Er gehört zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften an und ist seit 2006 im Vorstand des „ChemBioNet“ der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. tätig. Zusammen mit seiner Koordinationstätigkeit im Krebsnetz ermöglicht dieses Engagement einen ausgezeichneten Überblick über die deutschlandweiten und internationalen Aktivitäten in der Tumorforschung. Prof. Stauber versucht somit durch die enge Vernetzung verschiedener nationaler und internationaler klinischer und pathologischer Arbeitsgruppen die experimentelle Krebsforschung in Deutschland voranzutreiben.
Kontakt
Prof. Dr. rer. nat. Roland Stauber
Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und Poliklinik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Abteilung Molekulare und Zelluläre Onkologie
Langenbeckstraße 1
55101 Mainz
Tel: +49 (0) 6131 - 17 7002
Fax: +49 (0) 6131 - 17 6671
Mail: rstauber[AT]uni-mainz.de
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